Glossar

Qualität

Unter Qualität kann man die Eignung einer Sache zu einem vorgegebenen Zweck verstehen. Man muss definieren, welche Eigenschaften ein Produkt oder eine Dienstleistung haben soll, um diesen Zweck zu erreichen. Dann lässt sich in einem zweiten Schritt messen, wie viele dieser Eigenschaften oder in welchem Umfang diese tatsächlich vorzufinden sind. Sehr gute Qualität hieße dann nahezu hundertprozentige Übereinstimmung von Erwartung und Ergebnis, bei schlechter Qualität bleibt das Ergebnis weit hinter den Anforderungen zurück. Häufig ist zu entscheiden, welche Erwartungen realistisch sind und welche Ergebnisse noch akzeptiert werden können.

Krankenhäuser müssen die Qualität ihrer Arbeit ständig im Auge behalten und kontinuierlich daran arbeiten, diese zu verbessern.

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Qualitätsbericht

Unter einem Qualitätsbericht versteht man im deutschen Gesundheitswesen eine systematische schriftliche Dokumentation der Struktur- und Leistungsdaten eines Krankenhauses, ergänzt durch Angaben über das Qualitätsmanagement dieser Einrichtung.

Die Vorgaben für die Inhalte des Qualitätsberichtes werden durch den Gemeinsamen Bundesausschuss gemacht. Ab dem Jahr 2013 müssen Krankenhäuser jährlich einen Qualitätsbericht erstellen und von den Krankenkassen veröffentlichen lassen.

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Qualitätsdimensionen

Man unterscheidet drei Aspekte oder Dimensionen der Qualität: die Struktur-, die Prozess- und die Ergebnisqualität.

•  Zur Strukturqualität gehört zum Beispiel die materielle Ausstattung eines Krankenhauses, die technischen Geräte, ihre regelmäßige Wartung und Erneuerung; aber auch die Qualifikation des Personals, die Organisation seines Einsatzes – eben alles zum Betrieb Notwendige. Stellen Sie sich ein neu gegründetes Krankenhaus vor, das noch keinen einzigen Patienten hat, aber morgen eröffnet werden soll und in kürzester Zeit voll funktionieren muss. Es besteht sozusagen heute noch ausschließlich aus Strukturqualität.
•  Die Prozessqualität beschreibt alle Vorgänge in einem Krankenhaus, also zum Beispiel alle Operationen, die Pflegeprozesse, den Ablauf diagnostischer Untersuchungen und aller Behandlungen, aber auch die Aufklärung der Patienten, den Umgang der Mitarbeiter mit Ihnen als Patient – kurz alles, was mit der vorhandenen Struktur gemacht wird.
•  Die Ergebnisqualität beschreibt, welche Ergebnisse am Ende herauskommen. Sind Sie geheilt, sind Ihre Schmerzen gelindert, ist die Wunde geschlossen, sind Sie insgesamt zufrieden? Wurde, wenn Sie unzufrieden waren, mit Ihrer Beschwerde sorgfältig umgegangen? Sind Nachsorge und Übergang in die häusliche Umgebung und Pflege nahtlos gelungen?

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Qualitätsindikator

Ein Qualitätsindikator ermöglicht es, ein Qualitätsziel mit einer Zahl messbar zu machen. Diese Zahl ergibt den Qualitätsgrad der erreichten Leistung. Ein Qualitätsindikator ist beispielsweise die Anwesenheit eines Kinderarztes bei Frühgeburten. Da für ein frühgeborenes Kind die sofortige Behandlung sehr wichtig sein kann, sollte möglichst immer ein Kinderarzt bei der Geburt anwesend sein. Wenn bei 100 % der Frühgeburten ein Kinderarzt anwesend war, hat ein Krankenhaus einen höheren Qualitätsgrad erreicht als ein Krankenhaus, in dem nur in 50% der Frühgeburten ein Kinderarzt anwesend war.

In Deutschland werden etwa 20% der Krankenhausbehandlungen über die externe stationäre Qualitätssicherung erfasst. Daraus ergaben sich für das Jahr 2012 etwa 4 Millionen Datensätze, die von 464 Qualitätsindikatoren bewertet werden. 289 dieser Qualitätsindikatoren werden krankenhausbezogen in den Qualitätsberichten veröffentlicht. So kann bei den Krankenhäusern beispielsweise geschaut werden, in wie viel Prozent der Fälle ein Kinderarzt bei einer Frühgeburt anwesend war.

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Qualitätsmanagement

In der Industrie werden seit Jahrzehnten Arbeitsabläufe und Prozesse verbessert. Wesentliche Grundprinzipien sind dabei: Zielorientierte Unternehmensleitung, Kundenorientierung, Mitarbeiterentwicklung, kontinuierliche Verbesserung, präventive Fehlervermeidung und Prozessoptimierung.

Auch Krankenhäuser sind seit einigen Jahren gesetzlich verpflichtet, ein internes Qualitätsmanagement (QM) einzuführen. Professionelles Management, geeignete Strukturen, gut ausgebildete Mitarbeiter und verbesserte Verfahren sollen zu hoher Qualität und zur Zufriedenheit der Patienten beitragen. Im Qualitätsbericht soll jedes Krankenhaus seine Qualitätspolitik darlegen, indem es nicht nur seine „Philosophie“ darstellt und Ziele formuliert, sondern indem es auch präzisiert, mit welchen Maßnahmen diese umgesetzt werden.

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Qualitätssicherung

Zur Qualitätssicherung zählen diverse Maßnahmen zur Sicherstellung festgelegter Qualitätsanforderungen. Für Krankenhäuser hat die externe stationäre Qualitätssicherung eine große Bedeutung.

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