Glossar

Lebertransplantation

Die Leber ist das bedeutendste Organ für den menschlichen Stoffwechsel. Patienten mit chronischem oder akutem Leberversagen können nur durch eine Transplantation überleben. Die Hauptgründe für ein Leberversagen sind alkoholische Leberzirrhose, Leberzellkarzinom sowie chronische Virushepatitis C.

Nach Angaben der Eurotransplant International Foundation werden in der Eurotransplant-Region (Belgien, Deutschland, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Slowenien und Kroatien) jährlich etwa 1.700 Lebertransplantationen vorgenommen. Laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation wurden 2011 insgesamt 1.199 Lebertransplantationen in Deutschland durchgeführt. Die Anzahl der Spenderorgane deckt den Bedarf allerdings bei Weitem nicht ab. Deshalb sterben jedes Jahr viele Patienten noch vor der lebensnotwendigen Transplantation.

Die Transplantationszentren sind seit 2006 zur Teilnahme an der externen vergleichenden Qualitätssicherung für den Leistungsbereich Lebertransplantation verpflichtet. Dadurch ist es möglich, die Versorgungsqualität in diesem Bereich mithilfe von Qualitätsindikatoren darzustellen.

(Quelle: AQUA- Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen. https://www.sqg.de/front_content.php?idcat=15. Stand: September 2013)

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Leistungsbereich

Leistungsbereiche beschreiben Krankenhausleistungen, für die eine Dokumentation im Rahmen der externen stationären Qualitätssicherung vorgeschrieben ist. Wenn also ein Patient diesem Leistungsbereich zugeordnet wird (z.B. eine Frau, die zur Entbindung in einem Krankenhaus behandelt wird), muss das Krankenhaus bestimmte Angaben zur Behandlung für die Qualitätssicherung erheben. Später kann über die externe stationäre Qualitätssicherung beurteilt werden, ob die Behandlung qualitativ auffällig war.

Für den Qualitätsbericht 2015 wurden 25 Leistungsbereiche identifiziert (z.B. Geburtshilfe, Hüftendoprothesenversorgung und Nierentransplantation). Die Krankenhäuser müssen für diese Leistungsbereiche zu 233 Qualitätsindikatoren Informationen in den Qualitätsberichten veröffentlichen. Für den Leistungsbereich Herzschrittmacherversorgung besteht die Besonderheit, dass drei gesonderte Auswertungen vorgenommen werden. Sie finden eine Übersicht aller Leistungsbereiche unter https://www.sqg.de/front_content.php?idcat=15.

Sie können Krankenhäuser mit Informationen zu den einzelnen Leistungsbereichen über den Bereich „Qualitätsmerkmale und Barrierefreiheit“ suchen.

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Leitlinien

Leitlinien sind systematisch entwickelte Darstellungen und Empfehlungen mit dem Zweck, Ärzte und Patienten bei der Entscheidung über zweckdienliche Maßnahmen der Krankenversorgung (Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge) unter spezifischen klinischen Umständen zu unterstützen.

Leitlinien geben den Stand des Wissens (Ergebnisse von kontrollierten klinischen Studien und Wissen von Experten) über effektive und zweckdienliche Krankenversorgung zum Zeitpunkt der "Drucklegung" wieder.

In Anbetracht der Fortschritte wissenschaftlicher Erkenntnisse und der Technik müssen stets Überarbeitungen, Erneuerungen und Korrekturen unternommen werden.

Leitlinien stellen den nach einem definierten, transparent gemachten Vorgehen erzielten Konsens mehrerer Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen und Arbeitsgruppen (ggf. unter –Berücksichtigung der Patienten) zu bestimmten Vorgehensweisen dar.

Die Empfehlungen der Leitlinien können nicht unter allen Umständen angemessen genutzt werden. Die Entscheidung darüber, ob einer bestimmten Empfehlung gefolgt werden soll, muss vom zuständigen Betreuungsteam unter Berücksichtigung der beim individuellen Patienten vorliegenden Gegebenheiten und der verfügbaren Ressourcen getroffen werden.

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Lenkungsgremium

Um die Behandlungsqualität zu verbessern und die Patientensicherheit im Krankenhaus zu erhöhen, können Kliniken im Rahmen ihres Risiko- und Qualitätsmanagements spezielle Arbeitsgruppen einrichten. Die Teilnehmer dieser Arbeitsgruppen treffen sich regelmäßig in sogenannten Lenkungsgremien, wo sie sich austauschen und - neben der Bearbeitung anderer Themen - Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität und Sicherheit im Klinikgeschehen erarbeiten. Um dies zu erreichen, werden zum Beispiel Behandlungsverläufe von Patienten analysiert, bei denen es zu Problemen kam.

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Lungen- und Herz-Lungentransplantation

Für Lungentransplantationen und Herz-Lungentransplantationen kommen Patienten im Endstadium von Lungenerkrankungen in Betracht, die ohne Transplantation nur noch eine geringe Lebenserwartung haben. Voraussetzung für eine derartige Transplantation ist, dass keine Gegenanzeigen vorliegen wie z. B. Erkrankungen an anderen Organen (Leber, Niere usw.).

Eine Herz-Lungentransplantation ist ein sehr großer und risikoreicher Eingriff. Bei der Entscheidung über die Aufnahme eines Patienten auf eine Warteliste zur Transplantation wird daher sehr sorgfältig zwischen dem Risiko einer Transplantation und dem angenommenen Behandlungsverlauf bei anderen Therapiemöglichkeiten abgewogen. Die gegenwärtig verfügbaren übrigen Lungenersatzverfahren ermöglichen allerdings nur eine kurzzeitige Überbrückung der Wartezeit auf ein Spenderorgan. Im Vergleich zur Herztransplantation ist das Zeitfenster bis zur Lungentransplantation also wesentlich kleiner. Daher spielt der Dringlichkeitsstatus der Patienten auf der Warteliste eine sehr große Rolle.

In den letzten Jahren hat der Anteil der dringlichen Fälle deutlich zugenommen, das Angebot an geeigneten Organen jedoch nicht. Das hat zu einer Zuspitzung der Versorgungslage geführt, mit der Konsequenz, dass die Empfänger im Durchschnitt kränker sind und die Überlebenswahrscheinlichkeit noch weiter sinkt. Lungentransplantate sind daher ein extrem kostbares Gut.

(Quelle: AQUA- Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen. https://www.sqg.de/front_content.php?idcat=15. Stand: September 2013)

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