Glossar

Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie)

Das Gallensteinleiden (Cholelithiasis) ist die häufigste Erkrankungsform der Gallenblase und der Gallengänge. Ca. 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung haben einen oder mehrere Gallensteine, wobei der Frauenanteil etwa zwei Drittel beträgt. Die meisten Patienten mit Gallensteinen in der Gallenblase (Gallenblasensteinen) bleiben beschwerdefrei (asymptomatisch) und müssen daher nicht behandelt werden.

Die typische Behandlung schmerzhafter Gallenblasensteine ist die operative Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie). Etwa 175.000 solcher Eingriffe werden jährlich in Deutschland durchgeführt, wobei in ca. 90 Prozent aller Fälle die laparoskopische Cholezystektomie (Entfernung der Gallenblase mittels sog. Schlüssellochchirurgie) zum Einsatz kommt. Neuere Verfahren, bei denen der operative Zugang über natürliche Körperöffnungen (NOTES) wie beispielsweise die Scheide erfolgt, können hinsichtlich ihrer Risiken noch nicht sicher eingeschätzt werden. In seltenen Fällen kann auch eine Entfernung der Gallenblase im Rahmen einer aus anderen Gründen durchgeführten Bauchoperation sinnvoll und notwendig sein (Begleit-Cholezystektomie).

Bei der operativen Versorgung eines Gallensteinleidens können vereinzelt schwerwiegende Komplikationen wie zum Beispiel Verletzungen der Gallenwege oder der Blutgefäße auftreten. Die Häufigkeit solcher Ereignisse wird im Rahmen der externen stationären Qualitätssicherung beobachtet und analysiert.

(Quelle: AQUA- Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen. https://www.sqg.de/front_content.php?idcat=15. Stand: September 2013)

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Geburtshilfe

Die Perinatalmedizin umfasst den Bereich kurz vor und nach der Entbindung. Seit der Münchner Perinatalstudie (1975 bis 1977) und der daraus hervorgegangenen Perinatalerhebung existieren in Deutschland extern vergleichende Qualitätsbewertungen. Ihr Ziel ist es, beobachtete Qualitätsunterschiede in der geburtshilflichen Versorgung exakt zu erfassen und die Qualität zu verbessern.

Seit 2001 ist bundesweit der Leistungsbereich Geburtshilfe in der externen stationären Qualitätssicherung etabliert. Darin werden alle Krankenhausgeburten in der Bundesrepublik erfasst. Für die Auswertung wurden Qualitätsindikatoren definiert, die relevante Aspekte der Prozess- und Ergebnisqualität abbilden. Für den Strukturierten Dialog mit rechnerisch auffälligen Krankenhäusern stehen darüber hinaus eine Reihe weiterer qualitätsrelevanter Daten zur Verfügung, die eine differenzierte Darstellung der Versorgungssituation des jeweiligen Krankenhauses ermöglichen. Auch wenn Geburten außerhalb von Krankenhäusern bislang nicht durch diesen Erhebungsbogen erfasst werden, beschreiben die Ergebnisse wichtige Aspekte der geburtshilflichen Versorgungssituation in der Bundesrepublik.

Auf Grundlage der Neonatalerhebungen (Erhebungen zur Neu- und Frühgeborenenversorgung) der Bundesländer wurde 2010 ein bundeseinheitliches Qualitätssicherungsverfahren Neonatologie eingeführt. Bei der Neonatologie handelt es sich um einen Zweig der angewandten Kinderheilkunde, der sich mit Neu- bzw. Frühgeborenenmedizin und deren Vorsorge beschäftigt.

(Quelle: AQUA- Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen. https://www.sqg.de/front_content.php?idcat=15. Stand: September 2013)

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Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Er bestimmt in Form von Richtlinien den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für mehr als 70 Millionen Versicherte und legt damit fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung von der GKV erstattet werden. Darüber hinaus beschließt der G-BA Maßnahmen der Qualitätssicherung für den ambulanten und stationären Bereich des Gesundheitswesens.

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Gesundheitsrisiko für den Spender bei Lebendspende eines Teils der Leber (Leberlebendspende)

Die Leber ist das wichtigste Organ für den menschlichen Stoffwechsel. Patienten mit chronischem oder akutem Leberversagen können nur durch eine Transplantation überleben. Da die Zahl der Spenderorgane den Bedarf bei Weitem nicht abdeckt, sterben jedes Jahr viele Patienten während der Wartezeit auf ein Spenderorgan. Eine Leberlebendspende durch nahestehende Personen kann hier eine Therapiemöglichkeit sein.

Aufgrund des besonderen anatomischen Aufbaus der Leber in Form mehrerer Segmente und ihrer großen Regenerationsfähigkeit ist es möglich, Teile der Leber von einem lebenden Spender auf einen Empfänger zu übertragen. Die Leberlebendspende stellt insbesondere in der Kinder-Transplantationschirurgie eine Möglichkeit dar, die Verfügbarkeit von Organen zu steigern und so die Therapiemöglichkeiten leberkranker Kinder zu ergänzen.

Lebendorganspenden sind von einer intensiven ethischen Diskussion begleitet, da hier Operationen an gesunden Menschen durchgeführt werden. Voraussetzungen für eine Lebendspende sind der gute Gesundheitszustand des Spenders und die Freiwilligkeit der Spende. Vor diesem Hintergrund erlaubt das deutsche Transplantationsgesetz die Leberlebendspende ausschließlich an Verwandte ersten und zweiten Grades, an Ehegatten und Verlobte sowie andere Personen, die dem Spender „in besonderer persönlicher Verbundenheit offenkundig nahestehen“. Zum Schutz des Spenders, dessen Sicherheit und Gesundheit höchste Priorität haben, muss vor jeder Lebendspende eine Stellungnahme einer unabhängigen Lebendspende-Kommission vorliegen. Bei der Lebendspende soll durch bestmögliche Qualität der medizinischen Behandlung und sorgfältige präoperative Bewertung des Spenders ein Höchstmaß an Sicherheit erreicht werden. Es gilt, jede Komplikation für den Spender zu vermeiden. Der Leistungsbereich Leberlebendspende bezieht sich ausschließlich auf den Spender.

Bei Patienten mit der Stoffwechselkrankheit Amyloidose ist aufgrund eines Gendefekts eine Lebertransplantation notwendig. Allerdings kann die entnommene Leber in einen anderen Patienten, der nicht von Amyloidose betroffen ist, verpflanzt werden. Der ebenfalls transplantierte Gendefekt macht sich erst rund 30 Jahre nach Transplantation bemerkbar, sodass Patienten auf der Warteliste ab einem gewissen Alter als Empfänger in Frage kommen. Die Spender dieser Organe sind somit gleichzeitig Empfänger von Organen. Das Ergebnis dieser sogenannten Dominospende kann die Indikatoren für die Lebendspende verzerren, da die betroffenen Patienten ein anderes Risiko haben als gesunde Spender. Daher wird die sogenannte Dominospende aus der Berechnung der Indikatoren ausgeschlossen. Diese Patienten werden jedoch im Leistungsbereich Lebertransplantation als Empfänger eines Organs berücksichtigt.

(Quelle: AQUA- Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen. https://www.sqg.de/front_content.php?idcat=15. Stand: September 2013)

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Gesundheitsrisiko für den Spender bei Nierenlebendspende (Nierenlebendspende)

Lebendorganspenden werden aufgrund der aktuellen Organknappheit von Seiten der Patienten und deren Angehörigen zunehmend erwünscht. Voraussetzungen für eine Lebendspende sind der gute Gesundheitszustand des Spenders und die Freiwilligkeit der Organspende, die durch eine unabhängige Lebendspende-Kommission geprüft wird. Vor diesem Hintergrund erlaubt das deutsche Transplantationsgesetz die Nierenlebendspende ausschließlich an Verwandte ersten und zweiten Grades, an Ehegatten, eingetragene Lebenspartner oder Verlobte sowie andere Personen, die dem Spender „in besonderer persönlicher Verbundenheit offenkundig nahestehen“ (Transplantationsgesetz, § 8 (1)).

Das Qualitätssicherungsverfahren Nierenlebendspende bezieht sich ausschließlich auf den Organspender. Bei der Lebendspende soll durch bestmögliche Qualität der medizinischen Behandlung und durch die sorgfältige Bewertung des Spenders vor der Operation ein Höchstmaß an Sicherheit erreicht werden. Es gilt, jegliche Komplikation für den Spender zu vermeiden.

Seit 2006 besteht im Leistungsbereich Nierenlebendspende für alle deutschen Krankenhäuser eine Verpflichtung zur Teilnahme an der externen stationären Qualitätssicherung. Ein Schwerpunkt im Rahmen der Qualitätssicherung ist die Verlaufsbetrachtung der Patienten nach einem, zwei und drei Jahren.

(Quelle: AQUA- Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen. https://www.sqg.de/front_content.php?idcat=15. Stand: September 2013)

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Gynäkologische Operationen

Der Leistungsbereich Gynäkologische Operationen der externen stationären Qualitätssicherung berücksichtigt Patientinnen, die sich einer Operation an den Geschlechtsorganen (Gebärmutter, Eileiter bzw. Eierstock) im stationären Bereich unterzogen haben. Im Wesentlichen handelt es sich bei den operativen Eingriffen um die Gewebeentnahme im Bereich des Gebärmutterhalses (Konisation) bzw. um die Entnahme der Gebärmutter (Hysterektomie) und/oder der Eierstöcke (Ovarien).

Voraussetzung einer hochwertigen Versorgung ist die sorgfältige Abklärung der Notwendigkeit eines operativen Eingriffs. Es gilt stets, zwischen Nutzen und Risiken einer Operation abzuwägen und auch die Möglichkeiten konservativer (d. h. nichtoperativer) Behandlungsmethoden zu prüfen. Aus diesem Grund bilden insgesamt zwei Qualitätsindikatoren des vorliegenden Leistungsbereichs die Indikationsstellung für den operativen Eingriff ab.

Je nach Indikation gibt es verschiedene Operationszugänge für die Durchführung gynäkologischer Eingriffe: vaginal (durch die Scheide), abdominal (durch die Bauchdecke) oder laparoskopisch (mittels sog. Schlüssellochchirurgie). Trotz geeigneter Sicherheitsmaßnahmen kann es bei den genannten Eingriffen zu Verletzungen anderer Organe wie Harnwege, Blase, Harnleiter oder Darm kommen. Bestimmte Indikatoren messen das Auftreten von Organverletzungen bei laparoskopischen Operationen bzw. bei Hysterektomie.

(Quelle: AQUA- Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen. https://www.sqg.de/front_content.php?idcat=15. Stand: September 2013)

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