Glossar

Einrichtungsinternes Fehlermeldesystem

Wie überall, wo Menschen arbeiten, kann es auch im Krankenhaus zu Pannen, Missgeschicken, Irrtümern und Fehlgriffen kommen. Um die Wiederholung von Fehlern zu vermeiden, gibt es in vielen Krankenhäusern für die Mitarbeiter die Möglichkeit, Fehler und Beinahe-Fehler systematisch an ein internes Fehlermeldesystem zu berichten. Nach der Erfassung des Fehlers wird dieser innerhalb des Krankenhauses analysiert. Dadurch sollen Ursachen behoben und Fehler künftig vermieden werden.

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Einrichtungsübergreifendes Fehlermeldesystem

Neben einem einrichtungsinternen Fehlermeldesystem können Krankenhäuser auch einrichtungsübergreifende "Berichtssysteme über kritische Vorkommnisse" nutzen (englisch: Critical Incident Reporting Systems, CIRS). In die Web-Anwendungen werden zunächst relevante Informationen zu einem Fehler oder Beinahe-Fehler eingegeben, was anonym geschehen kann. Der Berichtende und weitere Fachexperten entwickeln dann Lösungsvorschläge, die sie ebenfalls in die Anwendung eintragen können. Der gesamte Vorgang wird schließlich veröffentlicht. Mitarbeiter anderer Krankenhäuser können aus den Beispielen lernen und im besten Fall selbst Fehler im Arbeitsalltag vermeiden.

In Deutschland gibt es viele unterschiedliche CIRS. Die Meldesysteme werden zum Beispiel von medizinischen Fachgesellschaften, Berufsverbänden und Ärztekammern angeboten.

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Endoprothesenregister Deutschland (EPRD)

Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) ist ein Datenregister, in dem Informationen zur Qualität und Haltbarkeit von künstlichen Hüft- und Kniegelenken (Endoprothesen) und zum Erfolg von Endoprothesenoperationen gesammelt werden. Durch die Auswertung dieser Daten und die so gewonnenen Erkenntnisse soll die Qualität der Versorgung mit den Implantaten verbessert werden. Sie als Patient sollen dadurch möglichst lange und beschwerdefrei mit Ihrem Implantat leben können.

Am EPRD beteiligen sich Krankenhäuser, die sechs Ersatzkassen (Techniker Krankenkasse (TK), BARMER GEK, DAK-Gesundheit, KKH Kaufmännische Krankenkasse, HEK – Hanseatische Krankenkasse und Handelskrankenkasse (hkk)), weitere gesetzliche Krankenkassen sowie Prothesenhersteller. Für Krankenhäuser, Hersteller und Patienten ist die Teilnahme freiwillig. Die teilnehmenden Krankenhäuser liefern Informationen zu den verwendeten Implantaten, die Krankenkassen übermitteln Daten zu Diagnosen und medizinischen Prozeduren, die Hersteller stellen Produktinformationen zur Verfügung. Sämtliche Daten werden zunächst in einer Registerstelle gesammelt und zusammengeführt und dann an das EPRD zur Auswertung übermittelt. Für den Datenschutz trägt eine Vertrauensstelle Sorge, die alle personenbezogenen Daten pseudonymisiert. Rückschlüsse auf Patienten sind dadurch ausgeschlossen.

Die Ergebnisse der Auswertung werden den Kliniken und Prothesenherstellern mitgeteilt. Für Sie als Patient schafft das ein Mehr an Sicherheit: Die Krankenhäuser können Sie schneller informieren, falls mangelhafte Implantate Rückrufe nötig machen. Krankenhäuser und Krankenhausstandorte, die sich am EPRD beteiligen, tragen auch damit maßgeblich dazu bei, die Versorgung mit künstlichen Knie- und Hüftgelenken zu verbessern. Hier angezeigt werden nur Häuser und Standorte, die einen hohen Anteil ihrer Endoprothesenoperationen an das EPRD gemeldet haben.

Krankenhäuser, die am EPRD teilnehmen, können Sie über den Bereich „Qualitätsmerkmale und Barrierefreiheit“ suchen.

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Ersatz der Aorten-Herzklappe mittels Herzkatheter (Aortenklappenchirurgie, isoliert, kathetergestützt) und Ersatz der Aorten-Herzklappe offen-chirurgisch (Aortenklappenchirurgie, isoliert, konventionell)

Bei der Aortenklappe handelt es sich um das „Ventil“ zwischen der linken Herzkammer und der Hauptschlagader (Aorta). Schließt die Klappe nicht mehr dicht, spricht man von einer Aortenklappeninsuffizienz. Eine Verengung wird als Aortenklappenstenose bezeichnet.

Beide Funktionsstörungen erfordern eine erhöhte Pumparbeit des Herzens und führen zu einer Überlastung des Herzmuskels. Die Beschwerden bei einer Aortenklappenstenose hängen davon ab, wie stark die Blutbahn eingeengt ist. Mögliche Anzeichen sind belastungsabhängige Atemnot, schnelle Ermüdung, Schwindel und Kollapsneigung, unregelmäßiger Herzrhythmus oder Herzschmerzen. Eine geringfügige Aortenklappenstenose verläuft oft beschwerdefrei. In schweren Fällen werden Erkrankungen an der Aortenklappe operativ durch den Einsatz einer künstlichen Herzklappe behandelt.

Der Ersatz der Aortenklappe kann durch eine „offene“ Operation am stillstehenden Herzen unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine erfolgen. Der Zugang zum Herzen wird dabei über den Brustkorb vorgenommen (= konventionelle Methode).

Für Patienten mit einem hohen operativen Risiko besteht die Möglichkeit, die Aortenklappe stattdessen kathetergestützt einzusetzen. Hierbei erfolgt der Zugang während der Operation entweder „transapikal“ oder „transvaskulär“

Beim transapikalen Aortenklappenersatz wird die Herzspitze über einen 3 - 5cm langen Hautschnitt im Rippenbereich (linker Brustkorb, im 4. oder 5. Rippenzwischenraum) freigelegt. Beim transvaskulären Aortenklappenersatz ist lediglich ein gezielter Einstich (Punktion) in die Leistenarterie notwendig.

Bei beiden kathetergestützten Methoden wird über ein spezielles Ballonkathetersystem zunächst der Bereich der alten, verengten Aortenklappe erweitert. Anschließend wird eine zusammengefaltete Herzklappenprothese über einen Katheter in diese Position vorgeschoben, die Prothese dort freigegeben und entfaltet. Dieses Verfahren ist relativ neu und wird derzeit nur in wenigen Krankenhäusern bei Patienten durchgeführt, die ein besonders hohes Risiko aufweisen.

(Quelle: AQUA- Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen. https://www.sqg.de/front_content.php?idcat=15. Stand: September 2013)

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Erstmaliges Einsetzen eines Herzschrittmachers (Herzschrittmacher-Implantation)

Ein zu langsamer Herzschlag (bradykarde Herzrhythmusstörung) kann nach sorgfältiger Diagnostik und Ausschluss heilbarer Ursachen den Einsatz (Implantation) eines Herzschrittmachers erfordern. Mit dem Einsatz dieses elektrischen „Taktgebers“ wird das Ziel verfolgt, krankheitstypische Beschwerden der Patienten, die bis zu Bewusstlosigkeitsanfällen reichen können, zu mindern. Bei bestimmten Formen der bradykarden Rhythmusstörung erhöhen Herzschrittmacher die Lebenserwartung („prognostische Indikation“).

Ein weiteres Anwendungsgebiet für Schrittmacher ist die fortgeschrittene Pumpschwäche des Herzens (Herzinsuffizienz), bei der beide Hauptkammern und/oder verschiedene Wandabschnitte der linken Kammer nicht mehr synchron arbeiten. Dies zeigt sich im EKG durch einen Linksschenkelblock. Diese Form der Herzschwäche kann mittels elektrischer Stimulation behandelt werden (kardiale Resynchronisationstherapie).

Die Entscheidung für eine Herzschrittmacherbehandlung (Indikation) sollte leitlinienkonform erfolgen.

Die Qualität der Schrittmachertherapie wird auf überprüft (Herzschrittmacher: Implantation; Herzschrittmacher: Aggregatwechsel; Herzschrittmacher: Revision/Systemwechsel/ Explantation). Seit dem Jahr 2000 erfüllen die zum Zweck der Qualitätssicherung erhobenen Daten zusätzlich die Funktion eines Herzschrittmacherregisters, das jährlich über die Versorgungssituation in diesem Bereich in Deutschland informiert (www.pacemaker-register.de).

(Quelle: AQUA- Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen.
https://www.sqg.de/front_content.php?idcat=15. Stand: September 2013)

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Erstmaliges Einsetzen eines Schockgebers (sog. Defibrillator) zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Implantierbare Defibrillatoren – Implantation)

Der plötzliche Herztod gehört zu den häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrienationen. Bei den meisten Betroffenen sind dafür Erkrankungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit, KHK) oder des Herzmuskels (Kardiomyopathie) ursächlich. Diese können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) zur Folge haben. Bei zu langsamem Herzschlag durch Störungen der Reizbildung oder Reizleitung im Herzen werden Herzschrittmacher implantiert. Hochfrequente und lebensbedrohliche Rhythmusstörungen der Herzkammern (Kammertachykardien, Kammerflattern, Kammerflimmern) können nicht mit einem Herzschrittmacher behandelt werden. Hier kommt ein implantierbarer Defibrillator (implantierbarer Cardioverter-Defibrillator, ICD) zum Einsatz, der zusätzlich auch alle Funktionen eines Herzschrittmachers bereitstellt.

Der ICD ist dann indiziert, wenn durch spezielle kardiologische Untersuchungen ein hohes Risiko für gefährliche Rhythmusstörungen gesichert wurde (Primärprävention). Wenn diese lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen bereits einmal aufgetreten sind und ihnen keine behandelbare (reversible) Ursache zugrunde liegt, erfolgt die ICD-Implantation zur Sekundärprävention. Das Aggregat kann diese lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen durch eine Schockabgabe oder eine schnelle Impulsabgabe (antitachykarde Stimulation) beenden und damit den plötzlichen Herztod verhindern.

Ein weiteres Anwendungsgebiet der ICD-Therapie ist die fortgeschrittene Pumpschwäche des Herzens (Herzinsuffizienz), bei der beide Hauptkammern und/oder verschiedene Wandabschnitte der linken Kammer nicht mehr synchron arbeiten. Dies zeigt sich im EKG durch einen Linksschenkelblock. Diese Form der Herzschwäche kann mittels elektrischer Stimulation behandelt werden (kardiale Resynchronisationstherapie, CRT). Da die betroffenen Patienten auch einem erhöhten Risiko für den plötzlichen Herztod ausgesetzt sind, werden meist Kombinationsgeräte implantiert, die eine Herzinsuffizienzbehandlung mittels Resynchronisationstherapie und die Prävention des plötzlichen Herztods durch lebensbedrohliche Rhythmusstörungen der Herzkammern verbinden (CRT-D-Aggregate).
Qualitätsmerkmale einer ICD-Implantation, die mit Hilfe von

Qualitätsindikatoren erfasst werden, sind u. a.:

Leitlinienkonforme Indikation

Leitlinienkonforme Auswahl des geeigneten Systems

Möglichst kurze Eingriffsdauer und kurze Durchleuchtungszeit bei der Implantation

Möglichst seltenes Auftreten von Komplikationen im Umfeld des Eingriffs

Ein ICD wird in der Regel unter die Haut bzw. unter den Brustmuskel meist unterhalb des linken Schlüsselbeins implantiert. Ähnlich wie beim Herzschrittmacher ist die ICD-Implantation heutzutage ein Routineeingriff mit niedriger Komplikationsrate.

Die Dokumentation einer ICD-Behandlung (Implantation/ Aggregatwechsel/Revision) ist im Rahmen der externen Qualitätssicherung seit dem 1. Januar 2010 verpflichtend. Gerade vor dem Hintergrund steigender Implantationszahlen und kostenintensiver Behandlungen sind diese Verfahren wichtig, um ein repräsentatives Bild der Versorgungsqualität in Deutschland zu erhalten.

(Quelle: AQUA- Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen. https://www.sqg.de/front_content.php?idcat=15. Stand: September 2013)

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Externe stationäre Qualitätssicherung

Die externe stationäre Qualitätssicherung fokussiert die Verbesserung der medizinischen und pflegerischen Leistungen der Krankenhäuser in Deutschland. Ihr oberstes Ziel ist es, diese Leistungen qualitativ zu verbessern und vergleichbar zu machen.

Methodisch funktioniert die externe stationäre Qualitätssicherung wie folgt: Im Vorfeld werden Qualitätsmerkmale (Qualitätsindikatoren für die einzelnen Leistungsbereiche festgelegt, anhand derer die Behandlung aller im Krankenhaus aufgenommen Patienten dokumentiert wird.

Die erhobenen Daten werden dann an zentrale externe Stellen, wie das AQUA-Institut und die jeweilige Landesgeschäftsstelle Qualitätssicherung übermittelt und dort ausgewertet.

Die Ergebnisse gehen nun an die Krankenhäuser zurück. So wird dem Krankenhaus eine Vergleichsmöglichkeit mit anderen Krankenhäusern geboten (Benchmarking). Außerdem wird mit der Auswertung der Daten eine Basis geschaffen, auf der aufbauend das jeweilige Krankenhaus konkrete Ansätze zur Qualitätsverbesserung einleiten kann.

Im Falle eines auffälligen Ergebnisses werden Fachleute eingeschaltet, die gegebenenfalls Gespräche mit dem betroffenen Krankenhaus führen, um der Auffälligkeit auf den Grund zu gehen. Hier spricht man von einem Strukturierten Dialog.

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